Arno Schmidt: Aus dem Leben eines Fauns


Der Aussenseiter

Literatur muss Spaß machen und beim Wiederlesen sind die Erzählungen und insbesondere die frühen(Kurz-)Romane Arno Schmidts stets Quelle neuer Entdeckungen und ob seines ungebändigten Wortwitzes auch eine helle Freude.

Arno Schmidt, geboren 1914 in Hamburg, gestorben  1979 in Celle, der Außenseiter noch der literarischen Außenseiter gilt gemeinhin ja als schwierig, eine Menge von Exegeten ist mit seinem Werk, insbesondere dem legendären Text ZETTELS TRAUM befasst und nicht selten wird er auch der deutsche Joyce genannt, alles etwas vorschnell dahingesagt, oft werden in der Literaturkritik -wenn es Ungewohntes zu beurteilen gilt- die Namen Joyce und gerne auch Kafka aus der Schublade geholt. Nein. Ich halte Schmidts Stil und Formgebung seiner Texte für so einzigartig, dass man allgemein gehaltene Vergleiche mit anderen Autoren seiner Zeit kaum anstellen kann. Weiterlesen

Antonio Lobo Antunes: Die Vögel kommen zurück

Ausgabe 1989 Hanser Verlag

Bei der Lektüre dieses Romans hat er mich wirklich erfasst: der vielbeschworene, heutzutage in jedem zweiten Klappentext angekündigte Sog, der den Leser bis zum letzten Satz nicht mehr loslässt.

Antonio Lobo Antunes, 1942 in Lissabon geboren, Arzt und Leiter eines psychiatrischen Krankenhauses, hat diesen Roman 1981 veröffentlicht (deutsch 1983). Es war sein dritter auf Deutsch erschienener Roman. Er galt vor allem in den 1990er Jahren als Kandidat für den Literatur-Nobelpreis. Sein Landsmann Jose Saramago erhielt ihn 1998. Weiterlesen

Guillermo Martinez: Roderers Eröffnung

Dieser kurze Roman des Argentiniers  Guillermo Martinez (Jhg. 1962)erschien, obwohl bereits 1992 im Original veröffentlicht,  in deutscher Übersetzung erst 2010, als Argentinien Gastland der Frankfurter Buchmesse war.

Guillermo Martinez in Miami 2014; Quelle:Wikipedia

Guillermo Martinez in Miami 2014; Quelle:Wikipedia

Der Titel führt etwas in die Irre: Von Schach handelt das Buch nur am Anfang, als der namenlose Ich-Erzähler, ein junger Mann, der Schriftsteller werden möchte,  in einer zwielichtigen Bar in Puente Viejo, einem kleineren Ort am Meer, den neu zugezogenen Gustavo Roderer trifft, mit ihm eine Partie Schach spielt und verliert. Für den Erzähler eine Demütigung, denn er ist der beste Spieler am  Ort und außerdem Jahrgangsprimus auf dem Gymnasium. Er schildert Roderer zunächst undifferenziert als unsympathischen Sonderling: Roderer hatte etwas an sich, das den geringsten körperlichen Kontakt unvorstellbar machte…  Weiterlesen